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Immobilienpreise steigen wieder – warum jetzt viele wieder über einen Verkauf nachdenken

Aktualisiert am 06.11.2026 · Lesezeit ca. 4 Min.

Nach den Preisrückgängen der vergangenen Jahre geht es am Markt für Wohnimmobilien wieder aufwärts, wenn auch langsam. Für Eigentümer stellt sich damit eine alte Frage neu: Ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf?

Helles Wohnzimmer mit Sofa und Blick in den Garten

Lange hieß es für viele Eigentümer: abwarten. Nach den deutlichen Preisrückgängen, die mit dem Zinsanstieg ab 2022 einsetzten, wollte kaum jemand unter Wert verkaufen. Inzwischen hat sich die Lage verändert. Die Preise für Wohnimmobilien steigen wieder, und damit rückt für viele der Gedanke an einen Verkauf zurück in den Blick. Wie stark der Anstieg tatsächlich ist und was er für Ihre Entscheidung bedeutet, zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen.

Was die aktuellen Zahlen zeigen

Zwei Quellen werden am Markt besonders beachtet, und beide weisen für das zweite Quartal 2026 nach oben, allerdings verhalten:

  • Statistisches Bundesamt: Wohnimmobilien kosteten im Durchschnitt 0,6 % mehr als ein Jahr zuvor und 0,3 % mehr als im Vorquartal. Die Werte sind vorläufig.
  • Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp): Der Index für Wohnimmobilien lag 1,9 % über dem Vorjahresquartal und 0,3 % über dem ersten Quartal 2026.
  • Mieten: Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern stiegen laut vdp um 3,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal, wenn auch langsamer als zuvor.

Dass die Werte voneinander abweichen, ist normal, denn beide Indizes beruhen auf unterschiedlichen Daten und Berechnungsverfahren. Die gemeinsame Aussage lautet: Die Preise steigen wieder, aber moderat. Von einem Boom kann derzeit keine Rede sein.

Warum Eigentümer wieder über einen Verkauf nachdenken

Die Zahlen allein geben selten den Ausschlag. Meist kommen mehrere Gründe zusammen:

  • Mehr Planungssicherheit: Solange die Preise fielen, war schwer zu sagen, was eine Immobilie in einigen Monaten noch wert sein würde. Ein stabiler bis leicht steigender Markt macht die Planung einfacher.
  • Anhaltende Nachfrage: Der vdp spricht von einem fortbestehenden Nachfrageüberhang und einem andauernden Mangel an Wohnungen. Gerade in gefragten Lagen bleibt das Interesse an bestehenden Immobilien damit vorhanden.
  • Aufgeschobene Entscheidungen: Wer wegen eines Umzugs, einer Erbschaft, einer Trennung oder im Ruhestand ohnehin verkaufen wollte, die Pläne aber wegen der schwachen Preise verschoben hat, prüft sie jetzt erneut.
  • Das Haus passt nicht mehr: Wird das Haus nach dem Auszug der Kinder zu groß oder stehen teure Modernisierungen an, stellt sich die Frage, ob sich dieser Aufwand noch lohnt.

Warum der Zeitpunkt trotzdem kein Selbstläufer ist

Ein leichter Preisanstieg bedeutet nicht, dass sich jede Immobilie automatisch gut verkauft. Zwei Punkte sollten Sie im Blick behalten.

Die Bauzinsen steigen. Beim Finanzierungsvermittler Dr. Klein lag der Top-Effektivzins für zehn Jahre Zinsbindung am 6. November 2026 bei 4,01 %. Seit Juli sind die Zinsen dort um etwa 0,8 Prozentpunkte gestiegen, und der Expertenrat des Unternehmens erwartet bis zum Jahresende stabile bis leicht steigende Werte. Höhere Zinsen begrenzen das Budget vieler Kaufinteressenten und können die Preisentwicklung bremsen. Der vdp spricht bereits von einem weniger dynamischen Anstieg als in den Vorquartalen.

Der Markt ist regional sehr unterschiedlich. Der bundesweite Durchschnitt sagt wenig über Ihre Immobilie aus. Laut Statistischem Bundesamt gaben Eigentumswohnungen in den sieben größten Metropolen im Vorjahresvergleich um 0,4 % nach, während sie in anderen kreisfreien Großstädten um 2,0 % zulegten. Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich in dicht besiedelten ländlichen Kreisen um 1,0 %, in dünn besiedelten verbilligten sie sich dagegen um 0,4 %.

Auch der Zustand fällt ins Gewicht: Lage, Baujahr, Modernisierungen und energetische Eigenschaften können den Wert Ihrer Immobilie stärker beeinflussen als die allgemeine Marktentwicklung.

So bereiten Sie Ihre Entscheidung vor

Ob ein Verkauf sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Mit diesen Schritten schaffen Sie eine gute Grundlage:

  1. Den aktuellen Wert ermitteln. Ohne realistische Einschätzung bleibt jede Überlegung vage. Wie das funktioniert, erklärt unser Beitrag zu den Verfahren der Immobilienbewertung.
  2. Die eigene Situation klären. Wie dringend ist der Verkauf, wo möchten Sie künftig wohnen, und gibt es Miteigentümer, die zustimmen müssen?
  3. Kosten und Steuern prüfen. Ein noch laufender Kredit kann eine Vorfälligkeitsentschädigung auslösen. Wird eine Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf verkauft und nicht selbst genutzt, kann außerdem Einkommensteuer auf den Gewinn anfallen. Einen Überblick gibt unser Beitrag zu den Kosten beim Immobilienverkauf. Im Einzelfall hilft eine steuerliche Beratung.
  4. Unterlagen zusammenstellen. Unsere Checkliste der Verkaufsunterlagen zeigt, was Sie benötigen.
  5. Den Ablauf kennen. Von der Vorbereitung bis zum Notartermin dauert ein Verkauf oft mehrere Monate. Die einzelnen Schritte finden Sie in unserem Beitrag Haus verkaufen: Der Ablauf Schritt für Schritt.

Fazit

Die Preise für Wohnimmobilien steigen wieder, allerdings nur moderat und je nach Region und Objektart sehr unterschiedlich. Gleichzeitig sind die Bauzinsen zuletzt gestiegen. Niemand kann sicher vorhersagen, wie sich der Markt weiterentwickelt. Eine gute Entscheidung hängt deshalb weniger vom perfekten Zeitpunkt ab als von Ihrer persönlichen Situation und einem realistischen Blick auf den Wert Ihrer Immobilie.

Quellen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ist keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzt nicht die Prüfung des Einzelfalls durch eine fachkundige Stelle (z. B. Notar, Rechtsanwalt, Steuerberater).

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